Nachdem Julián Álvarez offen erklärt hatte, Atlético Madrid verlassen zu wollen, kam eine scharfe Antwort des Klubs. Rund 24 Stunden nach den Aussagen äußerte Atlético-CEO Miguel Ángel Gil Marín sein Unbehagen über die Worte des Spielers und kündigte, direkt auf Barcelona zielend, eine FIFA-Beschwerde gegen den katalanischen Klub an.
Im Gespräch mit der spanischen Staatsagentur EFE sagte Gil Marín, er bedauere Álvarez' Aussagen zutiefst. Für den Funktionär war es nicht der richtige Tag dafür: "Das war Messis Tag und der Tag Argentiniens, nicht Juliáns." Mit Betonung darauf, dass man den Spieler respektiere und stolz auf ihn sei, fügte Gil Marín hinzu: "Julián hat einen Traum, und wir Atlético-Leute haben auch Träume." Es stimme, dass der Spieler mit dem Klub gesprochen habe, doch Álvarez kenne Atléticos klare Haltung sehr gut, sagte der Funktionär und betonte erneut, der Klub wolle seine Rechte nicht abgeben.
Gil Maríns auffälligste Worte galten Barcelona. Der CEO kündigte an, Atlético werde Barcelona bei der FIFA melden, weil es mit einem Spieler verhandelt habe, dessen Vertrag innerhalb der "Schutzperiode" läuft. "Unsere Verantwortung ist es, die Interessen von Atlético de Madrid zu verteidigen, und deshalb werden wir bei der FIFA Beschwerde einlegen", sagte er. Der Funktionär argumentierte zudem, dies sei kein Erstfall, und erinnerte daran, dass Barcelona im vergangenen Jahr mit Nico Williams und Athletic Club ähnlich gehandelt habe.
Im Hintergrund steht die Ausstiegsklausel von 500 Millionen Euro, die Atlético für Álvarez festlegte. Laut spanischer Presse will Barcelona den Spieler und mag ihn mit seinem sportlichen Projekt überzeugt haben, hat aber nicht die finanzielle Kraft, diese Summe zu zahlen; der Klub könne sich Berichten zufolge auf höchstens rund 120 Millionen Euro strecken, weit unter dem geforderten Preis. Das Atlético-Lager liest Álvarez' öffentlich gemachten Wechselwunsch als "Mediendruck", der den Ablösebetrag senken solle. Da auch Real Madrids 150-Millionen-Angebot im vergangenen Monat abgelehnt wurde, ist diese Akte zu einer der zunehmend erbitterten Geschichten des Sommerfensters geworden.
Bild: Yahoo Sport
Tuna Başkan
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