Senegal nach WM-Aus von Arzt-Skandal erschüttert

Tuna Başkan
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calendar_month 15. Juli 2026 visibility 6 Aufrufe

Die Krise im senegalesischen Fußball nach der WM hat eine unerwartete Wendung genommen. Der Präsident des senegalesischen Fußballverbands (FSF), Abdoulaye Fall, stellte während der Pressekonferenz am Montag zur Turnierauswertung eine brisante Behauptung auf: Abderahmane Fédior, der seit 2017 als Mannschaftsarzt der Nationalmannschaft fungiert, sei in Wirklichkeit als Gynäkologe ausgebildet — ein Umstand, den er "spät" entdeckt habe — und die Spieler hätten ihm deshalb nicht vollständig vertraut. "Nach den Rückmeldungen, die ich erhalten habe, fühlten sich die Spieler mit seiner Betreuung nicht ausreichend abgesichert; da Gesundheit über allem steht, mussten wir überzeugende Expertise finden", sagte Fall und erklärte, der Verband habe während des Turniers einen zusätzlichen Sportarzt ins medizinische Team geholt.

Die Behauptung blieb jedoch nicht unwidersprochen. Der Senegalesische Verband für Sportmedizin (ASMS) reagierte noch am selben Tag entschieden und bezeichnete die Aussage als "unbegründet und verleumderisch". Der Verband erklärte, Dr. Fédior verfüge über ein Facharztdiplom in Sportmedizin und -biologie der Cheikh-Anta-Diop-Universität, habe die Nationalmannschaft seit 2017 bei drei Weltmeisterschaften und fünf Afrika-Cups begleitet, zuvor die Physiotherapie-Abteilung des Fann-Krankenhauses geleitet und seit Jahren als medizinischer Offizier für FIFA und CAF internationale Spiele koordiniert; er forderte eine öffentliche Entschuldigung.

Auch die eigene Stimme des Arztes floss in die Debatte ein. Fédior, der sich von den Vorwürfen "empört" zeigte, beharrte darauf, sein Sportmedizin-Diplom bereits 2008 erworben zu haben, und argumentierte, seine erste Fachrichtung sei zwar Gynäkologie gewesen, er habe seine Karriere jedoch früh auf Sportmedizin ausgerichtet; er brachte zudem die Möglichkeit einer Verleumdungsklage gegen Fall ins Spiel.

Das Timing des Skandals ist bezeichnend. Die Krise brach unmittelbar nach Senegals Achtelfinal-Aus, einer 2:3-Niederlage gegen Belgien, und der Entlassung von Trainer Pape Thiaw aus. Die administrative Krise des Verbands beschränkt sich nicht darauf: Boni, die den Spielern nach dem AFCON-2025-Titel und der WM-Qualifikation zustehen, sollen seit Monaten unbezahlt sein.

Quelle: Reuters
Bild: BBC Sport

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