In Gruppe B der WM 2026 steht Schottland vor Geschichte: Ein Punkt würde fast sicher erstmals das Erreichen der K.-o.-Runde bedeuten. Im wegweisenden Duell im Gillette Stadium in Massachusetts ist der Gegner ein starkes Marokko, das vor vier Jahren in Katar Vierter wurde.
Schottland gelang mit dem Sieg über Haiti im ersten WM-Spiel seit 28 Jahren ein perfekter Start — ein Sieg im günstigsten der drei Gruppenspiele, der die Nerven beruhigte. Marokko, das in Katar das Halbfinale erreichte und Vierter wurde, beweist, dass dies kein Strohfeuer war. Nachdem die Atlas-Löwen letzte Woche den fünfmaligen Weltmeister Brasilien spielerisch übertrafen, suchen sie den Sieg, der die eigene K.-o.-Teilnahme sichern würde.
Laut SI.com könnte Marokko hart und schnell starten wie gegen Brasilien, sodass Schottland einen frühen Sturm überstehen muss. Je länger Steve Clarkes Team konkurrenzfähig bleibt, desto größer die Chance, sein eigenes Spiel zu spielen. Der rechte Flügel mit Achraf Hakimi und Brahim Díaz macht Marokko extrem gefährlich, während der junge Mittelfeldspieler Ayyoub Bouaddi zum Shootingstar des Turniers wird.
Schottland muss womöglich einen abwartenden, effizienten Ansatz wählen. "Wir sind nicht naiv genug zu glauben, dass wir den Ballbesitz dominieren und sie auf null Chancen begrenzen", sagte Mittelfeldspieler Ryan Christie. "Aber wir wollen diese Zahlen begrenzen und unsere Chance nutzen, wenn wir können." Was Marokko gegen Brasilien zeigte, ist bemerkenswert; trotz eines relativ jungen Trainerwechsels kann sich dieses Team zu Recht zu den weltbesten zählen, bis auf Rang sechs der jüngsten FIFA-Rangliste.
Die beiden Länder trafen zuletzt 1998 bei einer WM aufeinander, als Norwegens Überraschungssieg über Brasilien Schottlands Hoffnungen schon zunichtemachte, ehe drei Marokko-Tore und eine Rote Karte folgten.
Schottland spielte gegen Haiti im 4-4-2, doch Clarke könnte das System ändern, um gegen Marokkos drei zentrale Mittelfeldspieler nicht in Unterzahl zu geraten. Der Weg dazu: einen Stürmer opfern — Lawrence Shankland oder Ché Adams — für einen zusätzlichen Mittelfeldspieler. Bei Marokko scheint es keinen Grund für Mohamed Ouahbi zu geben, etwas zu ändern; die Verletzungen von Abde Ezzalzouli und Nayef Aguerd vor dem Turnier drohten ein Problem zu werden, doch gegen Brasilien war davon nichts zu sehen.
SI.com tippt auf 2:1 für Marokko.
Voraussichtliche Aufstellungen
Schottland (4-2-3-1): Gunn; Hickey, Hanley, Hendry, Robertson; Ferguson, McGinn; Gannon-Doak, McTominay, Christie; Adams
Marokko (4-2-3-1): Bounou; Hakimi, Diop, Riad, Mazraoui; Aynaoui, Bouaddi; Díaz, Ounahi, El Khannouss; Saibari
Quelle: Sports Illustrated
Bild: Sports Illustrated
Tuna Başkan
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