Eines der meistdiskutierten Verkaufsdossiers im spanischen Fußball ist nahe dem letzten Moment zusammengebrochen. Das Übernahmeangebot von Sergio Ramos für Sevilla, das gemeinsam mit Five Eleven Capital durchgeführt wurde, ist laut spanischen Quellen wie El Desmarque, COPE und El Confidencial komplett beendet worden. In den Gesprächen am Mittwoch, dem 27. Mai, führte die Halbierung des Angebots durch die Ramos-Gruppe dazu, dass die aktuelle Sevilla-Verwaltung den Tisch verließ.
Das ursprüngliche Angebot war tatsächlich ein historisches Preisschild: 440 Millionen Euro. Diese Zahl war in drei Hauptteile aufgeteilt — 80 Millionen Euro für Kapitalerhöhung, 290 Millionen Euro für die Zahlung an bestehende Aktionäre und der restliche Teil zur Bereinigung der Nettoschulden des Klubs. Vor zwei Wochen war ein Absichtserklärung unterzeichnet worden, und die Verkäuferseite hatte sogar zugestimmt, eine Zahlungsfrist zu gewähren. Alles schien gut zu laufen.
Aber das Bild änderte sich während des Finanzprüfungsprozesses. Nachdem Five Eleven Capital Sevillas Schuldenlage und versteckte Posten in seinen Konten untersucht hatte, zog es sein ursprüngliches Angebot zurück und legte ein neues halbiertes Angebot vor: insgesamt 220 Millionen Euro. In dieser neuen Struktur 120 Millionen für eine dringende Kapitalerhöhung, die verbleibenden 100 Millionen für den Kauf von 18% der Anteile von bestehenden Aktionären. Insgesamt würden Ramos und Partner mehr als 42% + 18% = 60% des Klubs kontrollieren, aber die verbleibenden Anteile würden fast wertlos werden.
Die Sevilla-Verwaltung betrachtete diesen Vorschlag als „beleidigend" und verließ sofort die Verhandlungen. Das Kommen der Ramos-Gruppe an den Tisch mit einem neuen Vertreter — dem Sportanwalt Roberto Alvarez und der von ihm vertretenen mexikanischen Familie — machte die Situation angespannter. Die Haltung der Sevilla-Verwaltung „Wir werden die Kontrolle nicht für einen so niedrigen Preis abgeben" wurde klar zum Ausdruck gebracht.
Für Ramos bedeutet dieses Ergebnis einen Misserfolg sowohl persönlich als auch sportlich. Der 39-jährige ehemalige Real-Madrid-Kapitän war nach Ablauf seines Vertrags mit Monterrey im Dezember 2025 frei geworden und hatte sowohl nach Sevilla als Spieler zurückkehren als auch gleichzeitig planen wollen, den Klub zu kaufen. Im Februar hatte die Sevilla-Verwaltung sogar Ramos' Angebot abgelehnt, als Spieler kostenlos zu spielen, unter Berufung auf Interessenkonflikte.
Jetzt scheint Ramos die Verbindungen zu Sevilla sowohl als Spieler als auch als Investor vollständig abgebrochen zu haben. Für die andalusische Mannschaft setzt sich die Managementkrise fort; eine Suche nach einem neuen Käufer oder ein Managementwechsel steht auf der Agenda. Der Traum einer Real-Madrid-Legende, in „seinen Heimatklub" zurückzukehren, wurde durch ein einziges Wort beendet: Finanzprüfung.
El Confidencial
Tuna Başkan
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