Diese riesige Lieferung ging an Norwegens Basislager in Greensboro, North Carolina. Norwegen brachte nicht nur die Zutaten, sondern auch eigene Köche mit. An der Spitze der Operation steht Aron Espeland, der seit 35 Jahren für die Nationalmannschaft kocht. Espeland kochte schon, bevor die meisten aktuellen Spieler geboren waren, und stellte klar, dass er erwartet, dass das Team während des Turniers alle 300 Kilogramm Fisch isst.
Warum dieser logistische Aufwand? Es geht ebenso um Routine wie um Geschmack oder Komfort. Spitzensportler meiden bei großen Turnieren plötzliche Ernährungsumstellungen, da ungewohntes Essen Verdauung, Schlaf, Regeneration und Energie beeinträchtigen kann. Bei der Rückkehr auf diese Bühne nach drei Jahrzehnten wollte Norwegen nichts dem Zufall überlassen und blieb bei einer Ernährung, die die Spieler seit Jahren kennen.
Im Camp in Greensboro wurde ein vollständiger Küchenbetrieb eingerichtet. Laut Espeland lieben Norwegens Spieler Fisch und Meeresfrüchte, daher reicht das Menü von Lachs und Forelle bis zu Königskrabbe und Langustine. Das Team plant, all diese Vorräte in den USA zu verzehren. In der sommerlichen Hitze und Feuchtigkeit North Carolinas — weit entfernt vom kühlen Klima Bergens oder Tromsøs — gilt es als besonders wichtig, die gewohnte Ernährung der Spieler beizubehalten.
Norwegens letzte WM-Teilnahme war 1998 in Frankreich. Die Qualifikation für 2026 ist ein echter Meilenstein für den norwegischen Fußball, und nach der langen Wartezeit überlässt der Verband offenbar kein Detail dem Zufall. Die rund 60-köpfige Delegation isst unter einem Dach, versorgt von Routinen, die sich wie zu Hause anfühlen. Dieses Detail verleiht der Liefer-Geschichte Gewicht, denn es geht um mehr als Geschmack — um ein solides Fundament für ein großes Comeback.
Die Vorbereitung sorgte auch in den sozialen Medien für Aufsehen und wurde von manchen amüsant gefunden, mit Witzen über kulturelle Essgewohnheiten und die Eigenheiten von Spitzensportlern. Im Kern geht es aber darum, wie akribisch Teams ihren Alltag steuern. Espeland deutete an, er hoffe genau auf das "Problem", dass der Fisch vor Turnierende ausgeht — denn das hieße, Norwegen wäre lange genug dabei geblieben. Dass Starstürmer Haaland früher von "einfacher Ernährung" sprach, passt gut zum akribischen Ansatz des Teams.
Bild: vietnam.vn
Tuna Başkan
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